Die Royal Enfield Bullet 500 und die Royal Enfield Himalayan

Wenn man in Indien auf ein Motorrad steigen möchte, das einen bestens über die höchsten Pässe bringt und das vom legendären Sound bis zum Aussehen das Herz jedes indischen Motorradbegeisterten höher schlagen lässt, kommt einzig und allein eine Royal Enfield in Frage. Die ehemals britische Marke, die seit 1901 Motorräder produziert, ist seit 1970 ausschließlich in Indien zu finden. Die legendäre “Bullet” wird seit 1933 produziert und ist in ihrer Weiterentwicklung ein absolutes Kult-Motorrad.

Die Royal Enfield Bullet 500 ist eine gelungene Reminiszenz an klassische Motorräder. Ihr Retro-Aussehen erinnert an das goldene Motorradzeitalter während die modernen Zutaten wie Einspritzung, Scheibenbremsen und E-Starter einen in der Gegenwart ankommen lassen. Der inzwischen solide und kräftige 500ccm Einzylinder (verglichen mit früher sind 28 PS echt ‘ne Wucht), gepaart mit dem charmanten Retro Design ergibt die modernste und zugleich klassische Royal Enfield. Oben auf dem Bild seht ihr Headrush-Piloten auf den Bullets.

Wenn man das legendäre Knattern einmal gehört hat, wird man den Klang lieben, der ein Lächeln in das Gesicht jedes indischen Mannes zaubert (ja, auch auf einige Frauengesichter, wobei wir bis zum heutigen Tag noch keine indische Frau gesehen haben, die selbst eine gefahren ist). Die Bullet hat genug Kraft, um einen über die höchsten Gipfel zu bringen und ist eine überraschend wendige Maschine, die hart im Nehmen ist. So ist sie mit Abstand die beste Gefährtin um die indischen Straßen unter die Räder zu nehmen: Robust und anspruchslos, ideal für eine entspannten Fahrstil und einfach zu reparieren, falls etwas kaputt gehen sollte (Indien ist nicht gerade berühmt für gute Straßen).

Daneben bieten wir auch den Ritt auf der Royal Enfield Himalayan (gegen einen geringen Aufpreis) an. Sie ist der Sprung von Royal Enfield ins moderne Zeitalter der Reiseenduros. Die Autoren von “Motorrad & Reisen” schreiben im Test: “Royal Enfield nennt die Himalayan “unser Multitool”. Praktisch, robust, vielseitig, nie um eine Lösung verlegen – “für intensiven Fahrspaß auf jedem Untergrund”, preist die Webseite. Und in der Tat: Genau so ist es. Die Himalayan ist absolut unprätentiös, frei von jeglichem Schnickschnack (vom Kompass im Cockpit mal abgesehen), hemdsärmelig im besten Sinne. Aufsteigen, losfahren, früh genug bremsen. Mehr muss der Fahrer nicht.

Fahrmodi oder gar mehrstufige Traktionskontrolle – gibt es nicht. ABS (Pflicht), gut is’ an Elektronik. Der Rest ist authentische Technik, die man im Zweifel auch im Schatten eines Hinkelsteins im Himalaya wieder in Gang setzen kann. Stahlrohrrahmen mit geschraubten Unterzügen, Bowdenzug statt Ride-by-wire, Tachowelle, schmale Räder. Alles wie früher. Genau wie der brave Einzylinder. 24 PS und 32 Nm mobilisiert der luftgekühlte Viertakter mit 411 Kubikzentimetern Hubraum. Geradezu rührend für ein Bike, das einen um die Welt fahren kann. Geschenkt. Die Himalayan will nicht sprinten, sie will wandern.

Die Himalayan ist eine zeitlose, sehr zuverlässige Begleiterin. Es verwundert nicht die Bohne, dass speziell Globetrotterinnen gern mit der Himalayan unterwegs sind. Das Handling ist easy, die Kräfte sind gut verteilt, selbst das Aufrichten geht vergleichsweise easy von der Hand. Lässiger als auf der klassenlosen Royal Enfield Himalayan kann man kaum unterwegs sein, wenn einem Leistung schnuppe ist.” (Motorrad & Reisen, 02/2021, zum Artikel)

Ihr habt die Wahl, welches Motorrad euch mehr behagt für den Ritt über die Pässe – beide eignen sich jedenfalls vorzüglich dafür. Manche Leute haben schon gesagt, die beiden Mopeds sind die indische Reinkarnation der guten alten Yamaha SR 500 und XT 500 Modelle. Wir sagen: Die Aussicht ist einfach besser, wenn man auf einer Enfield sitzt.

Diese Video-Reviews aus Indien geben einen großartigen und sehr indischen Einblick zu Bullet und Himalayan (und wer es nicht gewöhnt ist – ja, die Inder in den Videos sprechen alle Englisch!)